Antithese #15 – Was macht Detektiv Conan so erfolgreich?

Nachdem in der Vergangenheit der Blick auf mehrere Vertreter des sehr beliebten Genres der Shōnen-Manga (also Werke, die sich primär an junge, vor allem männliche Leser richten) fiel, blicken wir heute auf einen einzelnen Manga. Und zwar auf einen der wohl erfolgreichsten Manga auf dem deutschen Markt und das obwohl es kein Vertreter des eben genannten Genres ist. Die Rede ist vom Mystery-Manga „Detektiv Conan“.

Doch woher kommt der Erfolg, denn der geschrumpfte Oberschülerdetektiv verzeichnen kann? Immerhin ist er bereits seit über 20 Jahren auf dem japanischen Markt vertreten und seit 17 Jahren (Stand 2018) auch ein Must-have für viele deutsche Mangaleser. Ganz zu schweigen von den Filmen, der Spin-Off Reihe „Detektiv Conan Short Stories“ und den Videospielablegern…

Was bei „Detektiv Conan“ sehr stark auffällt, ist die Struktur in denen die meisten Fälle aufgebaut sind. So sind der Großteil aller Geschichten in drei Kapiteln durch erzählt. Dabei erinnert das Ganze sehr schnell an die sogenannte 3-Akt-Struktur aus der Dramaturgie. Im ersten Kapitel werden die potentiellen Verdächtigen und das Verbrechen eingeführt (Exposition), im zweiten Kapitel findet Conan alle wichtigen Beweise und weiß wer der Täter ist (Höhepunkt) und im letzten Kapitel werden alle Verdächtigen versammelt, während Conan den Fall auflöst, so wie den Täter überführt (Auflösung).

Ob Gosho Aoyama sich wirklich an der 3-Akt-Struktur des klassischen griechischen Dramas orientiert hat ist fraglich. Denn in der japanischen Kunst existiert ein sehr ähnliches Konzept: „Jo-ha-kyū“.
Grob übersetzt bedeutet es, dass etwas langsam beginnt, dann an Fahrt aufnimmt und schnell enden soll. Auch dies trifft sehr gut auf diesen Manga zu. Dennoch gibt es kaum einen anderen Mystery-Manga, der so stark diese Technik anwendet. Denn die meisten anderen sind doch komplexer in Hinblick auf den Fall, wodurch die Geschichten in mehr Kapiteln erzählt wird.

Am Ende sprechen mein Gast Saito und ich aber noch mehr Dinge an, die eventuell in den immensen Erfolg dieses Manga reinspielen. Denn wie so oft ist es nicht ein einzelner Faktor auf den man mit dem Finger zeigen könnte.


Weitere Informationen

Gast: ZnTSaito

Weiterführende Links zu Saito:
Saitos Twitch Kanal

Auch wenn es für die Folge nicht relevant war, so ist Saito auch Speedrunner. Hier sein Profil mit seinen eingereichten Zeiten:
Saitos Speedrunzeiten


Ergänzendes zu den Themen der Folge:

1) Das bei ca. Minute 30 erwähnte Mangaka-Duo sind der Zeichner Takeshi Obata und der Autor Tsugumi Ōba. Aktuell haben sie gemeinsam an drei Werken gearbeitet, die allesamt Erfolge wurden und zwar: „Death Note“, „Bakuman“ und „Platinum End“

2) Ich erwähne bei Minute 55 ungefähr ein großes Detektiv Conan Forum. Dabei handelt es sich um das Forum von DCTP. Und der gigantische Beitrag eines Users, der den Manga sehr genau analysiert, hat die Überschrift „Chekhov’s theories about the plot“ vom User „Chekhov MacGuffin“.
Ein wirklich lesenswerter Beitrag für Conan-Fans, wobei sich da scheinbar seit 2017 leider nicht mehr sonderlich viel getan hat.
Dennoch hier der Link zu besagtem Beitrag.

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