Antithese #44 – Kann Gewalt als Stilmittel für die Narration genutzt werden?

Gewalt finden wir in vielen Medien auf unterschiedlichste Art und Weise. Sei es durch Folterszenen, Notwehr, häusliche Gewalt und so weiter…
Es scheint beinahe so, dass Gewalt in der DNS des Menschen verankert ist und daher auch immer wieder seinen Weg in die Geschichten findet, die wir erzählen. Es ist dermaßen präsent, dass auch stets die Frage aufkam, inwiefern das konsumieren gewaltvoller Medien den eigenen Charakter verdirbt. Wobei die Frage oftmals auch eine generelle Frage in Bezug auf neuartige Medien und Genres ist…

Worauf ich jedenfalls hinaus wollte: Seit geraumer Zeit frage ich mich nun inwiefern Gewalt auch ein Stilmittel sein kann, ähnlich der Metapher in der Literatur, der Kameraperspektive im Film oder dem Tempowechsel in der Musik? Zumindest im Medium der Videospiele versuche ich mit meinem heutigen Gast dieser Frage auf den Grund zu gehen. Denn wenn Gewalt ein Stilmittel sein kann, sollte es dann nicht gerade im interaktivsten der bisher entstandenen Medien auch am stärksten funktionieren? Oder wird dort Gewalt nur rein als „ästhetisches“ Mittel verwendet ohne jeglichen Anspruch darauf etwas vermitteln zu wollen? Immerhin wäre es nicht das erste Mal, dass sich Spieleschmieden versuchen aus eventuell kontroversen Themenschlinge damit rauszuziehen, dass behauptet wird dieser Aspekt wäre nie angedacht gewesen… *Hust* Spiele sind politisch *Hust*…

Jedenfalls war es ein spannendes und wie immer gefühlt viel zu kurzes Gespräch, indem noch Stoff drin steckt und was auf meine Liste der Themen kommt, die noch eine weitere Folge spendiert bekommen sollten! Viel Spaß aber nun erst einmal mit dieser tollen Folge.


Weitere Informationen

Gast: André Peschke

Weiterführende Links zu André:
Sein Facebook Profil

Das ist der Podcast, den André gemeinsam mit Jochen Gebauer ins Leben gerufen hat:
The Pod (ehemals „Auf ein Bier!“)
Der Twitteraccount zum Spielepodcast der beiden


Ergänzendes zu den Themen der Folge:

1) Hier die Links zu den drei „The Pod“ Podcastfolgen auf die ich mich bezog. Wichtig ist anzumerken, dass ich dabei auch nur Folgen meinte, die frei jedem zugänglich war. Da ich für die Recherche vermieden habe backerexklusiven Content mit einzubeziehen:
Runde #45: Sumpf der Gewalt
Runde #70 (ft. Wolfgang Walk): Die Gewaltdebatte als Farce
Runde #153 – Gewalt, Aggression, Zerstörung

2) Ich meinte mit dem Rückbezug natürlich die beiden Podcastfolgen Nummer #11 und Nummer #14 mit den Titeln „Haben Videospiele überhaupt eine Ahnung, wie sie ihre Geschichten erzählen sollen?“, welche in eine Gamer-Folge und eine Entwickler-Folge aufgeteilt waren, da ich zu dieser Fragestellung ja immer mal wieder Perspektiven reinholen wollte.

3) Auch wenn der wunderbare YouTube Kanal „Every Frame a Painting“ nicht fortgeführt wird, lohnt es sich total mal reinzuschauen und sich durch die Videos zu klicken!
Every Frame a Painting

4) Hier natürlich auch noch das Video zu „PlayerUnknown’s Battleground“ auf welches ich mich beziehe und aus dem ich mehr oder weniger inhaltliche Aussagen zitiere. Ich habe euch direkt mal den Timestamp verlinkt zu der Stelle, wo die Dinge gesagt werden, die ich wiederum aufgegriffen habe:
Why PlayerUnknown’s Battlegrounds’ Violence is Important – Writing on Games

5) Ich habe jetzt in den Weiten des Internets keine Quelle finden können für die Thematik rund um Kill/Death Ratios bei Overwatch, bzw. dessen Abschaffung durch die Entwickler. Vielleicht kann mir jemand von den Fans, der/die da tiefer drin steckt einen Link zuwerfen, den ich dann hier ergänzen würde?

6) Zum Schluss noch weitere spannende Quellen, die ich bei der Recherche vorab mir zu Gemüt geführt habe, die in der Folge aber nicht so eine starke Verwendung gefunden haben. Dennoch wollte ich sie euch nicht vorenthalten:
Resident Evil 2: Auch Brutalität kann ein Spiel aufwerten – eine Kolumne zum Einsatz von
Gewalt (Autor: Christian Dörre)

Was wissen wir über die Wirkung von Gewalt? („The Pod“ Podcastfolge aus dem Format „Nachgeforscht“)

7) Zum Schluss möchte ich mich einfach noch einmal bei André bedanken. Denn wie ich seit der letzten Weltherrschaftsfolge von „The Pod“ weiß (quasi das was bei mir die „Zwischen den Zeilen“-Folgen sind), hatte er im Dezember echt scheiß viel um die Ohren und hat dennoch die Zeit gefunden mit mir diese Aufnahme zu machen. Ich bin davon total überwältigt und unendlich dankbar.
Hört euch auf jeden Fall mal den Podcast von André und Jochen an, es lohnt sich total!

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