Antithese #21 – Sollten Sci-Fi Geschichten wissenschaftlich korrekt sein oder mehr Wert auf Story legen?

Ich habe kaum Bezug zu Science-Fiction. Egal ob in Film-, Buch- oder Videospielform. Was irgendwie komisch ist, da die Science-Fiction sehr häufig sehr spannende philosophische Fragen aufwirft und das wiederum etwas ist, was mich total schnell begeistert. Aber um meine Ahnungslosigkeit zu kaschieren, habe ich mir einen Gast dazu geholt, der nicht nur ein guter Freund ist, sondern auch im naturwissenschaftlichen Bereich studiert hat und sich zudem viel besser in diesem Genre auskennt.

Gemeinsam betrachten wir den Konflikt zwischen Romanen, die wissenschaftlich korrekt sind und Werken, die zugunsten der Handlung sich künstlerische und wissenschaftliche Freiheiten heraus nehmen. Denn mir hat sich schon immer die Frage gestellt, ob es wirklich so wichtig ist, dass ein Sci-Fi Roman die Naturgesetze nach aktuellem Wissensstand korrekt wieder gibt. Aber gleichzeitig habe ich hier und da mal Kritik gehört, vor allem eben von Leuten die sich in diesen Bereichen auskennen.

Vielleicht ist aber dies auch schon der Kern des Problems?
Legt die breite Masse an Konsumenten überhaupt Wert darauf oder ist das ein reines Fachmänner und Fachfrauen Problem? Gilt also die alte Weisheit: „Unwissen ist ein Segen!“? Zumindest wenn es um den Konsum und den Genuss von Science-Fiction Geschichten geht…

Oder liegt es auch ein wenig an der Darstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen? Wenn ein Buch beispielsweise seitenweise mir die Funktion von Gerätschaften erklärt, kann das in einem trockenen Sachbuch artigen Teil enden, der mich als Leser verliert. Wohingegen einfach die korrekte Darstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen ohne große Erklärungen beide Seiten dieses Konflikts zufrieden stellen könnte?

Das alles klingt zumindest beinahe so philosophisch, wie manch Sci-Fi Werk.
Oder zumindest ich hätte das gerne so…


Weitere Informationen

Gast: Jan

Weiterführende Links zu Jan:
Es gibt keine weiterführenden Links, da Sheppard nicht auf Twitch, Facebook oder Twitter sonderlich aktiv ist. Er hat zwar Accounts in diversen Social Media Diensten, aber nutzt diese nicht in der Form, dass eine Verlinkung hier notwendig / sinnvoll wäre.


Ergänzendes zu den Themen der Folge:

1) Jan erwähnt anfangs einen Autor an den er sich nicht mehr erinnern konnte, dessen Werke wissenschaftlich korrekt geschrieben waren, aber auf ihn eher langweilig wirkten. Leider kann er sich immer noch nicht erinnern um wen es sich dabei handelte. Sobald er sich wieder erinnert, wird dies an dieser Stelle nachgereicht. Versprochen!

2) Hier ist die im Podcast erwähnte Folge der „Film Theories“ zu „Der Marsianer“.
Film Theory: Is The Martian’s POOP SCIENCE Full of CRAP?

3) Bevor die großen Korrekturproteste beginnen: Ja, ich habe mich vertan beim Titel von Heinleins Werk. Natürlich heißt der Roman nicht „Space Troopers“. Schande auf mein Buchhändlerhaupt. Der korrekte Titel ist natürlich „Starship Troopers“!
Ich bitte den Fauxpas zu entschuldigen.

4) Da ich das Thema angeschnitten habe, eine paar Infos:
Und zwar gab es immer mal wieder Pläne von Firmen erste schwimmende Städte zu bauen, doch wurde bisher keiner davon in die Tat umgesetzt. Der aktuellste Stand zum Zeitpunkt der Aufnahme ist, dass die Firma „Blue21“ im Süd-Pazifik – nahe der Insel Tahiti – 2022 mit dem Bau der ersten schwimmenden Stadt beginnen will. Es bleibt abzuwarten, ob daraus was wird.

5) Eine weitere Korrektur: Ich behaupte an einer Stelle Marty McFly wäre in den Filmen am 15. Oktober 2015 angekommen. Das ist falsch, denn er erreichte die Zukunft am 21. Oktober 2015.

6) Einfach weil es eine wirklich lustig gemachte Werbung ist:
Fake Hoverboard Werbung von HUVrTech

7) Der Podcast von den beiden Physikern Nicolas Wöhrl und Reinhard Remfort, in dem sie wissenschaftliche Paper möglichst für jeden verständlich erklären:
Methodisch Inkorrekt

8) Und die nächste Korrektur: Gattaca basiert nicht auf einem Roman, so wie ich in der Folge behauptet habe. Da habe ich in meinem Kopf irgendwie was durcheinander geschmissen.

9) Hier der erwähnte Bericht, wie mit Hilfe von gezieltem Einsatz von Strom Querschnittgelähmten geholfen werden konnte:
Wie drei Gelähmte wieder gehen lernten

10) Und die letzte Korrektur für den heutigen Podcast: Jules Verne schrieb den Roman „Paris im 20. Jahrhundert“ nicht wie von mir behauptet 1870 sondern 1863. Damit sind zwischen verfassen und veröffentlichen des Romans über 130 Jahre vergangen.

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